Serge Kahili King

Interview mit dem Stadtschamanen von Ingrid Melia Stadtler-Pree

27. Juli 2019 auf Big Island, Hawai’i

Einführung: 

Ingrid: Aloha und willkommen auf Big Island, Hawaii! Mein Name ist Ingrid Stadtler–Pree, ich bin Coach, Lebensberaterin, Trainerin und eine Alaka'i von Huna International. Ich bin den ganzen Weg von Salzburg, Österreich, zurück zu unseren Lieblingsinseln gekommen, welche meine Familie und ich bereits als unsere zweite Heimat betrachten. Wir haben uns in die Schönheit dieser Inseln und ihre wundervollen Menschen verliebt und konnten hier den “Aloha–Spirit” aus erster Hand erleben: diese liebevolle und fürsorgende Lebensweise, die ihren Ursprung in jener alten polynesischen Weisheit hat, welche heutzutage oft als HUNA bezeichnet wird. Ich habe Huna, welches auch die Grundlage des hawaiianischen Schamanismus ist, mehr als ein Jahrzehnt lang mit meinem Mentor, dem bekannten Autor, Lehrer, Psychologen, Stadtschamanen und DER Quelle von Huna: Dr. Serge Kahili King, studiert. Seit 2016 unterrichte ich Huna auch zu Hause in Österreich und Deutschland. Und heute habe ich die einmalige Gelegenheit und große Ehre, Serge King in seinem Haus im Regenwald und dem Zentrum von Huna International, in Volcano zu interviewen. Ich werde auch mit Gloria Haumea King, seiner Frau und Susan Pa’iniu Floyd, beide Vorstandsmitglieder und Alaka'i von Huna International, sprechen.

 

Interview mit Dr. Serge Kahili King:

 

Ingrid: Ich freue mich sehr, wieder auf Hawaii zu sein und die Gelegenheit zu haben, mit dir zu reden, Serge! Mahalo, dass du dir deine wertvolle Zeit für dieses Interview genommen hast. Beginnen wir mit einer Zusammenfassung deines beeindruckenden Lebenslaufs für alle, die zum ersten Mal von dir und Huna hören: Du hast einen Bachelor in Asienwissenschaften, einen Master in Internationalem Management und einen Doktortitel in Psychologie. Du wurdest seit deiner Kindheit im hawaiianischen Schamanismus ausgebildet. Du hast Huna International und seinen Lehr– und Ausbildungsbereich Aloha International mit einem weltweiten Netzwerk von Lehrern, Trainern und Heilern gegründet. Du bist der bekannteste Vertreter von Huna und hast über 20 Bücher veröffentlicht, welche in 18 Sprachen übersetzt wurden, darunter meine Lieblingsbücher Der Stadt–Schamane, Instant Healing Jetzt! und Die Begegnung mit dem verborgenen Ich –, welches uns direkt zur ersten Frage führt: Ich liebe deine Erklärung von Huna auf den ersten Seiten dieses Buches und wie es sich auf Lehren wie das Tao Te Ching, den Zen–Buddhismus, den Sufismus und sogar auf Weltreligionen wie das Christentum, den Islam und das Judentum bezieht. Also meine Frage, auch für Neulinge: WAS ist Huna und warum macht es so viel Sinn?

 

Serge: Nun, Huna ist eine Lebensphilosophie. Es ist eine Reihe von Ideen, und die Menschen können diesen Ideen folgen oder nicht, aber wir haben festgestellt, dass diese Ideen sehr gut funktionieren, und deshalb bieten wir sie den Leuten als etwas an, das sie nutzen können, ob zum Heilen oder Manifestieren oder zur Veränderung ihres Lebens oder dazu, die Welt zu einem besseren Ort machen – diese Ideen sind sehr effektiv.

 

Ingrid: Vielen Dank. Serge, du hast dieses wertvolle Wissen schon im frühen Alter von etwa 12 Jahren kennengelernt. Könntest du uns sagen, wann du es bewusst angewendet hast und wie es sich wirklich auf dein Leben ausgewirkt hat?

 

Serge: Nun, bewusst war es, als mein Vater mich einlud, dem Weg zu folgen. Ich war 15, also stimmte ich zu, obwohl zu der Zeit Autos und Mädchen in meinem Kopf dominierten, aber ich interessierte mich immer für Wissenschaft und die esoterische Welt.

 

Ingrid: Das kann ich nachvollziehen – mein Sohn ist jetzt ungefähr 15 Jahre alt und interessiert sich für Mädchen – Autos noch nicht so sehr...aber die Auswirkungen auf dein Leben, du weißt schon,  diesen Weg von klein auf zu beschreiten – was wäre passiert, wenn du diesen Weg nicht gegangen wärst?

 

Serge: Darüber spekuliere ich nicht einmal, weißt du. Ich sage einfach, dass es mein Leben in jeder Hinsicht beeinflusst hat und dazu beigetragen hat, mein Leben und meine Erfahrungen mit Menschen in jeder Hinsicht zu verbessern.

 

Ingrid: Warum und wann hast du dich entschieden, dieses wertvolle Wissen auf der ganzen Welt zu verbreiten?

 

Serge: Nun, eigentlich habe ich das entschieden, als ich in Afrika war. Ich ging 1964 mit meiner Frau nach Afrika, um in der Gemeindeentwicklung – Westafrika – zu arbeiten, und während ich dort war, wurde mir natürlich eine Menge des afrikanischen esoterischen Wissens vorgestellt, was wir Schamanismus nennen könnten, und ich hatte dort einen Mentor. Unter ihm lernte ich sowohl die helleren als auch die dunkleren Seiten dieser Arbeit kennen. Gleichzeitig lernte ich, wie man Menschen hilft und sie überzeugt, Dinge zu tun, um sich selbst zu helfen. Und nach einer Weile, da ich mich auch für die internationale Gemeinschaft engagierte, wurde mir klar, dass die Menschen immer mehr in die Städte zogen. Die Schamanen hielten sich aber in den Dörfern auf und so war dieses Wissen für alle nicht mehr so verfügbar, wie es im Dorfleben gewesen wäre. Also habe ich mich dort und damals entschlossen, eine Organisation zu gründen, die dieses Wissen an die Menschen in den Städten weitergibt.

 

Ingrid: Weil du “esoterisch” bereits erwähnt hast, manchmal sind Menschen (mich eingeschlossen) sehr skeptisch, wenn es um esoterisches Wissen geht, aber heutzutage bestätigen sogar harte Wissenschaften wie die Quantenphysik viele seiner Annahmen. Mit deinem wissenschaftlichen UND schamanischen Hintergrund, könntest du bitte etwas Licht darauf werfen, wie esoterisches Wissen einerseits und Wissenschaft andererseits zusammenkommen können?

 

Serge: Ok, das liegt daran, dass man diese beiden nicht vergleicht: esoterisches Wissen ist einfach Wissen, das nicht sofort sichtbar ist, ok? Und so ist es auch mit der Quantenphysik, die auf diesem Gebiet arbeitet. Aber genauso ist es mit der regulären Wissenschaft, zum Beispiel: In der regulären Wissenschaft beschäftigt man sich regelmäßig mit Elektrizität, welche unsichtbar ist und ist dennoch in der Lage, diese zu nutzen und Wege zu finden, um sie zum Einsatz zu bringen. Mit der Schwerkraft ist es dasselbe: Sie ist eine unsichtbare Kraft, die heute noch nicht vollständig verstanden wird – das ist esoterisches Wissen –, und doch arbeitet die Wissenschaft mit ihr und findet Wege, um sie in der Praxis anzuwenden. Nun, Schamanen tun dasselbe: Sie arbeiten mit einem sehr ähnlichen Wissens-Volumen und mit Wissen, welches von Menschen, die von sich glauben, in einer objektiven Realität zu leben und zu arbeiten, weniger anerkannt wird. Die Entwicklungen, die jetzt über die Ideen der Quantenphysik stattfinden, und ich meine, die echte Quantenphysik, nicht das, was aus irgendeinem Grund als “Quanten” bezeichnet wird, sondern die echte Quantenphysik, wagt es, in Gebiete zu vorzudringen, die früher für sehr esoterisch gehalten worden wären.

 

Ingrid: Deswegen kommen sie (Wissenschaft & Esoterik) heutzutage auf natürlichem Weg zusammen.

 

Serge: Das stimmt. Eines der wichtigsten Dinge, die ich gelernt habe, ist – in der schamanischen Arbeit – dass sie auf der wissenschaftlichen Methode basiert: Du erstellst eine Hypothese und du testest die Hypothese und wenn sie die meiste Zeit funktioniert, kannst du davon als Arbeitstheorie ausgehen und es ist genau dasselbe: Du hast eine Idee, du testest sie, probierst sie aus und wenn sie funktioniert, verwendest du sie. Der gleiche Vorgang! Die Sache ist, dass Schamanismus mit dem zusammenarbeitet, was Menschen – was man als „echte Magie“ bezeichnen könnte. Für mich ist Magie das Eingreifen des Geistes und der Emotionen, um die physische Welt zu beeinflussen. Nun, das beginnt vielleicht mit den Ideen der Quantenphysik zu starten, aber in der regulären Physik und in der regulären Wissenschaft ist diese Idee, den Verstand und die Emotionen als Einfluss zu haben und sie bewusst zu nutzen, um das Beste zu erreichen, im Moment noch etwas weit weg.

 

Ingrid: Es kommt jetzt immer mehr, zum Beispiel in der „Body–Mind–Medizin“.

 

Serge: Ja, das ist richtig.

 

Ingrid: Das ist sehr gut. Heutzutage gibt es auf der ganzen Welt eine große spirituelle Bewegung mit spirituellen Lehrern wie Gary Zukav, Wayne Dyer, Eckhart Tolle, Sadhguru, um nur einige zu nennen. Sogar renommierte Physiker wie Peter Russell lehren über das Bewusstsein. Das ist Weisheit, die es in der Huna seit Urzeiten gibt. Denkst du – ist die Welt jetzt mehr bereit für diese universellen Lehren wie Huna – als zu dem Zeitpunkt, als du mit dem Unterrichten begonnen hast?

 

Serge: Als ich anfing zu unterrichten, gab es auch Lehrer, die über Bewusstsein unterrichteten, es gab auch wissenschaftliche Experimente über Bewusstsein, es war in den 1970er Jahren eine wirklich große Sache. Wenn du also fragst, ist die Welt bereit – die Welt ist immer bereit, wenn etwas Nützliches verfügbar wird.

 

Ingrid: Vielleicht ist es jetzt in größerem Maßstab – weil es jetzt so vielen Menschen zur Verfügung steht.

 

Serge: Gut, ja, weil unsere Kommunikation anders ist. Ich hatte gerade ein Gespräch mit jemandem und sagte, als ich anfing, hatten wir nicht die gesamten Kommunikationsmittel, die jetzt verfügbar sind, wir hatten nicht diese große Anzahl an Büchern, wir hatten kein Internet, wo man sofort eine Antwort googeln kann– das finde ich fantastisch – aber so war es (damals) eben nicht. Wir hatten mit Bibliotheksausweisen, 3x5 Notitzen und Schreibmaschinen gearbeitet, wie du weißt – es war damals ganz anders – aber wir haben uns auch durchgekämpft und es geschafft.

 

Ingrid: Auf jeden Fall! ich bin froh, das Internet zu haben, und ich freue mich, mich bei unseren Alaka'i-Treffen einmal im Monat mit dir in Verbindung zu setzen!

 

Serge: Ja, es macht heute viel mehr Spaß!

 

Ingrid: Weißt du, wir müssen davon Gebrauch machen, wenn wir es jetzt schon mal haben…

Warum sollte sich jemand die Mühe machen, Huna genauer kennenzulernen, was sind die wirklichen Vorteile, die Huna so einzigartig und nützlich machen, insbesondere für unsere modernen Lebensweise?

 

Serge: Okay, die Vorteile sind einfach: alles, was du tust wird besser!

Aber warum sollten sie sich die Mühe machen…mach dir keine Mühe ohne dass du neugierig bist. Es braucht Neugier, um tiefer zu gehen. Die Art und Weise, wie ich trainiert wurde, war für die meisten Menschen, die ich kenne, ungewöhnlich: Ich wurde ermutigt, Fragen zu stellen – anfänglich von meinem Vater – und mir wurde etwas Wissen vermittelt, von dem ich erwartet hatte, dass ich etwas damit anfangen würde: es testen, es auszuprobieren und wieder mit Fragen zurückkommen. Und wenn ich keine weiteren Fragen hatte, habe ich in diesem Bereich keine weiteren Kenntnisse mehr vermittelt bekommen. Nun, aber ich bin äußerst neugierig und habe viele Fragen gestellt. Wenn ich zurückdenke, hätte ich noch viel mehr Fragen stellen können. Aber es sind die Fragen, es ist der Wunsch zu wissen, es ist keine Frage, sich die Mühe zu machen – es ist der Wunsch zu wissen, mehr über alles zu wissen, was die Menschen tiefer (weiter) bringt.

 

Ingrid: Das habe ich auch gefunden, weißt du, bei diesem Wissen – es steckt immer mehr dahinter, wenn man tiefer gräbt.

 

Serge: Immer!

 

Ingrid: Lass’ uns dieses Wissen also nicht verbergen: Um die Huna-Weisheit auf den Punkt zu bringen – kannst du uns einen kurzen Überblick über die Huna-Prinzipien geben?

 

Serge: Nun, ganz kurz: Diese Prinzipien sind Ideen, die mein Onkel mir gegeben hat. Ich habe sie dann der Einfachheit halber in diese Reihenfolge gebracht, er hat sie mir im Laufe der Zeit gegeben – mein hawaiianischer Onkel. Ich wurde von einer hawaiianischen Familie adoptiert, nachdem mein Vater gestorben war. So, er hat sie mir auf Hawaiianisch gegeben, zu verschiedenen Zeiten, als wir uns trafen, ich sie dann der Einfachheit halber in diese Reihenfolge gebracht. Nun, das erste basiert auf einem hawaiianischen Wort namens IKE und ich habe es in ein Prinzip übersetzt, mit dem die Leute umgehen können. Es steckt noch viel mehr dahinter, aber dies ist der erste Teil, der besagt: "Die Welt ist, wofür du sie hältst". Egal was passiert, du wirst es interpretieren. Es wird durch den Filter deiner Überzeugungen, deiner Ideen, deiner Möglichkeiten, deines Wissens gehen. So, wie du denkst wird daher deine Erfahrung der Welt bestimmen. Grundsätzlich bedeutet IKE Erfahrung. Das ist eines der ersten.  

Das Zweite heißt KALA und KALA ist Freiheit, Befreiung, und es hat mit der Beseitigung von Beschränkungen zu tun. Die Übersetzung, die ich für dieses Prinzip verwende, lautet also: „Es gibt keine Grenzen.“ Jetzt sagen die Leute, oh, komm schon, wie?! Nun, ich sage, wenn wir es praktisch durchgehen, ist alles möglich, wenn du herausfinden kannst, wie es geht, und das ist ein Teil von KALA.

MAKIA ist ein Wort, das etwas mit Aufmerksamkeit zu tun hat, mit dem Fokus auf etwas, und daher lautet das Prinzip (es ist ein Doppelprinzip) "Energie folgt der Aufmerksamkeit", also worauf immer du deine Aufmerksamkeit richtest, ob es sich um einen Teil deines Körpers handelt oder du deine Aufmerksamkeit auf ein Objekt deines Interesses oder irgendetwas richtest – Energie wird in Richtung dieser Aufmerksamkeit fließen. Der doppelte Teil ist, und hier können es Menschen – mehr Menschen – verstehen: „Aufmerksamkeit folgt der Energie“. Daher sind Menschen – ihre ganze Aufmerksamkeit wird von einem Fußballspiel angezogen – oder einem Feuer oder Hurrikan oder alles – voller Energie – das die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht. Und daher ist es dasselbe – was es bedeutet ist: wenn du die Aufmerksamkeit der Menschen auf dich ziehen willst – musst du deine Energie erhöhen, was immer du tust oder zeigst oder versuchst; du solltest deine Fähigkeiten verbessern und andere Menschen für das was du tust, anziehen (gewinnen). Du musst deinen Fokus darauf  beibehalten, und das wird die Welt um dich herum beeinflussen.

 

Ingrid: Ich denke, MAKIA ist auch eines meiner Favoriten. Deinen Fokus auf positive Dinge zu richten, anstatt auf Kritik, was dann, du weißt, mehr in deinem Leben wird und es positiv beeinflusst. Ich denke, das ist einer der wichtigsten Ratschläge in Huna.

 

Serge: Nun, das Vierte ist: “Jetzt ist der Moment der Macht”, basierend auf einem hawaiianischen Wort (MANAWA), welches "Jetzt" und "Macht" bedeutet. Das ist also sehr praktisch: Du kannst gestern nichts ändern, du kannst  morgen nichts ändern, du kannst nur jetzt etwas ändern, im Hier und Jetzt ist deine Macht. Daher konzentriere dich also mehr auf das Hier und Jetzt, es ist genau da, wo du arbeitest um etwas zu verändern. Du möchtest morgen ein anderes Ergebnis, ändere jetzt etwas. Du möchtest die Auswirkungen der Vergangenheit ändern, ändere jetzt etwas. Im Hier und Jetzt ist deine Kraft.

Danach kommt etwas, das auf dem Wort ALOHA basiert, eine sehr hawaiianische Idee: es bedeutet im Wesentlichen Liebe. Wenn sich die Leute auf Hawaii mit ALOHA begrüßen, dann ist das ein Gruß der Liebe und – wenn wir es in seine Silben zerlegen – und ich habe ein Prinzip daraus gemacht: „Lieben heißt, mit jemandem oder etwas glücklich zu sein”, das ist Liebe! Liebe ist nicht Eifersucht, sondern diese basiert auf Angst und Wut. Liebe ist nicht Anhaftung. Liebe ist nicht – du weißt schon – Liebe ist, wenn – wieder geht es ein bisschen weiter: Liebe ist nicht nur, wenn du mit jemandem oder etwas glücklich bist, sondern du willst auch das Glück von jemand oder etwas anderem steigern – das ist ALOHA!

Und dann haben wir eines, das auf dem hawaiianischen Wort für „Macht“ basiert und stark missverstanden wird. Das Wort ist MANA. Und MANA ist wirklich das Wort für Macht. Es ist nicht so, wie manche Autoren behaupten, dass es diese mysteriöse Flüssigkeit ist, an die sie glauben. Nun, das ist nicht wahr. MANA ist jede Art von Kraft, was Einfluss bedeutet, du könntest Einfluss haben, aufgrund deines Wissens, aufgrund deiner Stärke, aufgrund deiner Fähigkeiten, aufgrund deines Reichtums, aufgrund deiner Position und Autorität,  daher hast du deine Macht, okay? Sie stammt von irgendwo her und du kannst diese Kraft erhöhen und sie für Gutes oder Schlechtes nutzen – das ist ein Teil des freien Willens; aber wenn du sie für Gutes benutzt, bekommst du Gutes zurück – das finde ich wirklich schön!

Und schließlich das letzte, genannt PONO, ein sehr wichtiges auf Hawaiianisch. Es bedeutet, etwas zu tun – die korrekte Bedeutung ist “richtig” – das Richtige zu tun in Bezug auf die beste Wirkung, die es haben wird. Ein guter Effekt, es bezieht sich also auf das Gute, es bezieht sich auf die Harmonie, es bezieht sich auf solche Dinge, und daher – wenn du dieses Prinzip anwendest, so, wie es gemeint ist – nun, wir könnten es auf so viele Arten ausdrücken, aber es hat immer mit positiven Ergebnissen zu tun, ok? Und der Idee, dass es immer einen anderen Weg gibt, etwas zu tun und man den richtigen Weg sucht, um einen gesünderen, glücklicheren Effekt zu erzielen. Aber verwende dazu alles, was dabei hilft, diesen Effekt hervorzubringen.

 

Ingrid: Flexibel zu sein…

 

Serge: Genau, aber du kannst mit etwas Bösem keine guten Ergebnisse erzielen, ok? Es braucht Gutes, um Gutes zu tun, nicht wahr? Und dies ist die Grundlage für das Wort Ho’oponopono, das ebenfalls stark missverstanden wird. Das Wort auf Hawaiianisch bedeutet: Dinge aufräumen, Dinge gerade ausrichten. Das kann auf Beziehungen angewendet werden, aber ich kann auch sagen: "e ho’oponopono i ka pa’a", was bedeutet: "räum den Hof auf", ok? Eine vollkommen gute Verwendung dafür in diesem Sinne. Es bedeutet: “etwas aufräumen, etwas gerade zu machen”.

 

Ingrid: Danke für diese kurze, aber wirklich tiefe Sichtweise dieser Prinzipien. Es gibt nicht nur die Hauptprinzipien, sondern auch die Nebensätze…

 

Serge: Da gibt es die Nebensätze, ja.

 

Ingrid: Aber darauf gehen wir jetzt nicht ein, weil wir nicht genug Zeit dafür haben. Aber das ist auch in deinen Büchern sehr gut beschrieben, welche zu empfehlen sind! Einer meiner AHA-Momente während deines Unterrichts war die Kombination der beiden Prinzipien: ALOHA & MANA in Bezug auf „Liebevolle Macht“ und „Machtvolle Liebe“ – was für mich eine absolut göttliche Kombination ist. Kannst du das unserem Publikum etwas näher erläutern?

 

Serge: Es bedeutet, dass du die Macht liebevoll einsetzt und die Wirkung steigerst, indem du die Macht und die Liebe erhöhst. Die liebende Macht ist also die Art und Weise, wie man Macht einsetzt, und man erhöht die Liebe, um starke Liebe zu erzielen – das ist alles, was dazu gehört.

 

Ingrid: Weißt du, wenn jemand vor der Macht zurückscheut, kann man diese Idee verwenden: seine Macht mit Aloha einzusetzen. Ich glaube, das ist dann wenn die Leute verstehen: “Ahh, so sollte es sein!”

 

Serge: Ja, richtig.

 

Ingrid: Sehr schön. Noch etwas: Wie arbeitet man mit Huna? Wie soll es angewendet und geübt werden – hast du dafür einige praktische Tipps?

 

Serge: Nun, der einfachste Weg ist, an sie (die Prinzipien) zu denken – wann immer du ein Problem hast; du könntest eine Liste der Prinzipien haben, die du dir ab und zu ansehen kannst, aber schau einfach, welches Prinzip dich “anspringt”, um dir bei diesem (aktuellen) Problem zu helfen. Denn eines von ihnen wird das bestimmt – egal was das Problem ist. Wenn du das Problem wirklich lösen möchtest, gibt dir eines dieser Prinzipien sicher einen Hinweis.

 

Ingrid: Also – was wären deine (Huna) Lieblings-Techniken – oder was waren deine Lieblings-Techniken, um dein eigenes Leben und deine engsten Beziehungen zu verbessern? Ich weiß, dass es viele Techniken gibt, aber vielleicht könntest du eine auswählen?

 

Serge: Das ist ein Problem! (lacht) Ich kann nicht EINE aussuchen. Ich habe verschiedene Techniken, die ich für verschiedene Dinge verwende, ich habe viele – lass’ es mich so sagen: wenn ich den Leuten beibringe, wie man Techniken einsetzt, glaube ich daran, VIELE Techniken zu lernen und (parat) zu haben um sein Gedächtnis damit zu füllen. Um dann,  wenn Stress aufkommt, wenn ein Problem auftritt und du etwas tun musst, wird sich eine davon als die richtige dafür herausstellen, und du musst  dich in diesem Moment nicht auf (nur) eine Technik verlassen. Es mag die meiste Zeit eine großartige Technik sein, aber für eine bestimmte Sache könnte eine andere Technik besser funktionieren. Wenn ich einen Kurs halte, stelle ich mir vor, dass wir alle auf einer Wiese sind und die Pfade von der Wiese in alle Richtungen abgehen und jeder dieser Pfade eine Technik darstellt, und deshalb werde ich den Leuten sagen: Ich werde dich hundert Meter weit bringen oder hundert Meter auf jedem Pfad, damit du weißt, wie man die Technik anwendet und sie einsetzt. Du kannst Meilen oder Kilometer fahren, wenn du möchtest, und es ist möglich, aber ich möchte dir in dieser Zeit so viele Techniken wie möglich vermitteln, um dir den Einstieg zu erleichtern. Ich glaube sehr stark an die Notwendigkeit von Techniken. Ich denke, es ist nicht genug, den Leuten zu sagen: "Geht hinaus und tut Gutes oder geht hinaus und liebt die Welt oder denkt positiv!" Was bedeutet das? Wie macht man das? Ich interessiere mich sehr für das "Wie", das ist es, worauf ich mich spezialisiere.

 

Ingrid: Wir haben viel gelernt! Hast du vielleicht eine tägliche Huna–Routine, was du morgens oder abends machst, die du mit uns teilen könntest?

 

Serge: Nun, das Einfachste ist, nur drei Dinge zu bedenken, okay, es kann zu jeder Tageszeit gemacht werden und es ist: „Segne die Gegenwart“, was bedeutet, dass du nach dem Guten Ausschau hältst, wo du bist und was um dich herum ist und das ist ein guter Weg in die Gegenwart zu kommen, ok? Halte Ausschau nach dem Guten! Segne es – Segnen, bedeutet, etwas zu steigern, etwas Gutes zu steigern. Und „Vertraue dir selbst“, und das bedeutet, dass du aufhörst, dich selbst zu kritisieren. Vertraue darauf, dass du das Beste tust, wenn du tust, was du tust. Das ist alles, was du tun kannst, also ist es nicht gut zu denken: "Ahh – ich hätte das anders machen sollen!" Das ist vorbei, erledigt! Mache jetzt etwas anders und daher: Segne die Gegenwart, vertraue auf dich und erwarte das Beste! Denn wenn du das Schlimmste erwartest, wirst du nach schlechten Dingen Ausschau halten und all die guten Dinge verpassen! Wenn du das Beste erwartest, erhältst du das bestmögliche Ergebnis, und du gewinnst mehr Selbstvertrauen. Möglicherweise erhältst du nicht immer genau das, was du möchtest. So funktioniert die Welt. Wenn du jedoch das Beste erwartest, erhältst du mehr Chancen dafür, als wenn du das Schlechteste erwarten würdest.

 

Ingrid: So ist es wahrscheinlicher, dass es gut wird, ja!

Seit ich Huna selbst praktiziere und unterrichte, habe ich ein besseres Verständnis von mir selbst, meinem Körper, meinem Geist und meiner Seele bekommen und eine Sache, die immens dabei half, waren die Konzepte über die verschiedenen Aspekte des Selbst in Huna. Kannst du unserem Publikum etwas über diese verschiedenen Aspekte erzählen und wie man sich weiterentwickelt, wenn man besser mit den verschiedenen Aspekten des Selbst arbeitet und mit ihnen kommuniziert?

 

Serge: Nun, diese Aspekte sind Körper, Geist und Seele. Sie sind keine getrennten Dinge, sie sind etwas – wenn du eine Analogie willst – wie Kopf, Hände und Füße. Du kannst sie separat behandeln, und das ist nützlich. Wenn du jedoch versuchst, sie ausschließlich separat zu behandeln, funktioniert dies nicht sehr gut, da sie Teil des Ganzen sind. Wir haben verschiedene Begriffe, die wir auf Hawaiianisch dafür verwenden, das spielt jetzt keine Rolle, aber wir betrachten jeden dieser Begriffe so, als habe er eine – wie soll ich sagen – Motivation und ein Vergnügen, was diese verschiedene Teile (wollen). Also was ist das Vergnügen des Körpers? Das Vergnügen des Körpers ist ein sinnliches und emotionales Vergnügen. Wenn du also herausfinden möchtest, wie etwas z.B.: nicht recht funktioniert, oder man nicht ganz “auf der Höhe” zu sein scheint – macht dein Körper überhaupt mit? Hast du die Vorteile für den Körper, den sensorischen oder den emotionalen Teil des Vergnügens in Betracht gezogen, wenn du etwas tust oder erreichen möchtest?

 

Ingrid: (z.B.:) Wenn sich Kinder zum Lernen hinsetzen, muss man ihnen auch ein bisschen Freude für den Körper bereiten.

 

Serge: Die Menschen, die erfolgreich Berge besteigen, sind diejenigen, die immer wieder über das Vergnügen nachdenken, es zum Gipfel zu schaffen. Die Leute, die es nicht schaffen, sind diejenigen, die sich zu sehr über den Schmerz der Gegenwart beklagen, ok? Wenn du deinem Körper DAS immer wieder erzählst, sagt er sich: „Hey, warum mache ich überhaupt weiter?“ Das Vergnügen des Geistes ist es Lösungen zu finden. Junge, es macht dem Verstand große Freude, wenn der Verstand Spiele erfindet. Siehst du, Spiele für den Verstand haben immer eine Lösung: Jemand gewinnt oder etwas ist abgeschlossen.

 

Ingrid: Ein Rätsel ist gelöst…

 

Serge: Ein Rätsel oder was auch immer es sein mag, das ist ein Denkspiel – ein Vergnügen für den Geist – das Lösen eines Problems und das steht im Gegensatz zu einem Spiel für den Körper. Ein Spiel für den Körper hätte ein Kind, das im schlammigen Wasser herum stapft – das hat keinen Sinn, keine Lösung, es macht einfach nur Spaß! Okay? Das ist der Körper. Was der Verstand liebt, ist die Idee einer Lösung. Was ist nun das Vergnügen der Seele? Meiner Meinung nach ist das Vergnügen der Seele Harmonie, und so scheint es mir, dass dieser Teil von dir versucht, dich durch Erfahrung wissen zu lassen, was du manifestierst und dir Inspiration geben oder Anleitung, um Harmonie zu erreichen. Sie sagt dir nicht, was du tun sollst, vielleicht bekommst du Vorschläge, Inspiration, die aus einem Buch kommen kann; du kannst den Fernseher einschalten, wenn jemand das Richtige sagt. Eine Idee kann auftauchen, wenn du im Halbschlaf bist – dies ist Seele – deine Seele – die zu dir spricht, und so versucht, dir Ideen zu geben, die dir dabei helfen, Harmonie herzustellen. Es tut es nicht für dich und deshalb ist unser Geist (Verstand) derjenige, der verantwortlich sein soll.

 

Ingrid: Welcher der Plan macht und für das WIE zuständig ist..

 

Serge: Das ist richtig.

 

Ingrid: Serge, wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Du bist für mich ein sehr erfolgreicher und glücklicher Mensch und meiner Meinung nach, bist du in dieser Zeit kein bisschen gealtert. Was ist dein Geheimnis von Glück und Jugend in Bezug auf Huna?

 

Serge: (lacht) Aha, okay, gut, das es gibt einige Dinge die ich für sehr gut befunden habe. Zuallererst ist eines der wichtigsten Dinge, sich Zeit zu nehmen, um sich zu entspannen. Zu lernen, wie man das wirklich macht. Wenn du jetzt wirklich lernst, wie es geht, kannst du es in Sekundenschnelle tun. Wenn du wirklich sehr gestresst bist, kannst du es in wenigen Minuten tun, aber du musst dir, egal was du tust, die Zeit nehmen, dich zu entspannen. Andernfalls, wenn du immer nur weiter machst und machst und machst, und der Stress und Stress und Stress sich immer mehr und mehr und mehr erhöht, beeinflusst es die Art, wie du aussiehst, es beeinflusst die Art, wie du dich bewegen kannst, es beeinflusst, was du tun kannst, wie du denkst. Viele Leute merken das nicht und manchmal schockiert es sie, aber ich bin 81 und komme gut zurecht und ich habe eine Menge Spaß.

 

Ingrid: Du unterrichtest, schreibst, machst einfach alles, was du auch in den letzten Jahren getan hast!

 

Serge: Das stimmt, daher, eines der großen Dinge ist, Wege zu finden, um sich zu entspannen. Wir unterrichten eine Menge Techniken dafür, um zu lernen, wie man das macht. Sei dir deines Körpers bewusst. Viele Menschen versuchen nur mit ihrem Verstand zu arbeiten und es ist erstaunlich, wie viele Menschen nicht einmal wissen, wie ihr Körper funktioniert, und dennoch, das zu wissen, kann dir in allen Situationen helfen, in denen etwas schief zu gehen scheint. Es ist ein Problem von Anspannung. Wir wissen einfach automatisch, dass es sich um ein Problem von zu viel Spannung handelt. Daher musst du einen Weg finden, die Spannung zu lösen. Nun, das muss nicht das sein, was manche Leute für einen spirituellen oder mentalen Weg halten oder für das Vermeiden moderner Medizin. Vermeide moderne Medizin nicht, wenn sie dir helfen kann – dafür ist sie da –, aber sei auch nicht völlig davon abhängig. Du musst deinen Geist mit einbeziehen, du musst deinen Körper mit einbeziehen. Irgendeine Art von Bewegung ist etwas, das dein Körper braucht, du musst es nicht übertreiben, aber er muss sich bewegen, das ist es, wofür er gebaut wurde, und daher: Entspannung, Bewegung und Dinge zu tun, die dir Freude für Geist, Körper und Seele bereiten.

 

Ingrid: Und ich erinnere mich, dass du uns auch im Kurs unterrichtet  hast, atmen, und viel Wasser trinken, besonders hier auf einer vulkanischen Insel.

 

Serge: Ja, das ist für deinen Körper, das ist richtig, das ist sehr wichtig. Aber – tue Dinge, die dir Spaß machen, aber achte darauf, dass du Dinge tust, die allen drei Teilen von dir (Körper, Geist & Seele) Spaß machen.

 

Ingrid: (Ja) Vergiss keinen deiner Teile!

Die Leute sagen: „Er oder sie oder das macht mich glücklich ...

Vor allem in deinem Artikel „Wem gehört mein Glück“ stellst du fest, dass Glück UNSERE Wahl ist, aber auch, dass es manchmal schwierig ist, Glück zu wählen – weil unser Glück anderen Menschen oder Umständen „gehört“. Kannst du das besonders für Menschen erklären, die oft unglücklich oder depressiv sind?

 

Serge: Nun, dies ist einfach, wenn Leute andere für das Unglück beschuldigen, dass "sie mir das angetan haben" und – nein, das haben sie nicht, sie haben etwas getan, worauf du reagiert hast. Die Reaktion könnte eine Gewohnheit gewesen sein, etwas, das wir gelernt haben und das wir automatisch machen, aber je mehr man sich dessen bewusst wirst, desto mehr kannst man es ändern. Man muss nicht dieselbe Reaktion beibehalten. Einige Leute lernen, wie man das macht, als eine Art, was ich einen “Power–Hit” nenne, okay? Jemand anderem die Schuld geben, weil ihre einzige Möglichkeit darin bestünde, sich selbst die Schuld zu geben, und Schuld löst nichts. Du bist unglücklich, das kannst du jederzeit ändern, und es spielt keine Rolle, was es ist – du kannst dich trotzdem dafür entscheiden, glücklich zu sein. Nun, einige Dinge machen uns traurig, wir sagen das, es ist ein Teil der Sprache, die wir verwenden, nein – Tatsache ist, dass wir über etwas traurig werden. Diese Traurigkeit ist oftmals vollkommen angebracht – sich immer wieder darauf einzulassen und darin zu leben, sich ihr hinzugeben und sie immer wieder zurückzuholen, siehst du, es gehört nicht zu meiner Aufgabe genauso wie ständig wütend auf jemanden anderen zu sein, okay? Wut ist Selbstbestrafung, einige sehr berühmte Leute sagten etwas Ähnliches und das ist es auch. Du verletzt die andere Person nicht, weil du wütend bist, und manchmal denken die Leute, dass sie es tun, weil es ihnen ein falsches Gefühl der Macht gibt, wenn sie sich hilflos fühlen. Es gibt andere Möglichkeiten, mächtig zu werden.

 

Ingrid: Deshalb ist es so wichtig und notwendig zu vergeben – nicht (nur) für die andere Person, sondern für uns.

 

Serge: Wenn es angebracht ist, sicher! Vergib der anderen Person, aber du tust es, um deine Anspannung zu lösen.

 

 

Ingrid: Serge, wir haben gesehen, wie du und Gloria euer geliebtes Kapoho–Haus mit seinem magischen Gezeiten–Schwimmteich im letzten Jahr im Lavastrom verloren habt. Wir waren beeindruckt, wie ihr mit dieser Situation umgegangen seid. Kannst du ein wenig darüber erzählen und auch, wie Menschen Verluste oder Verletzungen im Allgemeinen überwinden können?

 

Serge: Okay, das war gut gesagt, so war es; wir hatten ein wunderschönes Zuhause und wundervolle Nachbarn und so weiter, eine gute Gemeinschaft und plötzlich ist es schief gegangen, (innerhalb von) 24 Stunden–peng–einfach nicht mehr da. Nun, Gloria und ich sind viel gereist, sind viel umgezogen, waren an verschiedenen Orten und die Orte, an denen wir waren, sind nicht mehr in unserem Leben und wir waren an einigen wundervollen Orten. Wir haben Freunde und Familie, die verstorben sind, und natürlich ist es traurig, wenn es so ist und was wir zum Beispiel in diesem bestimmten Fall tun ist, wir segnen ihren Seelen weiter. Wir glauben daran, dass die Seele ohne den Geist und den Körper weiterlebt, und wo immer sie sind oder was auch immer sie sind oder was auch immer sie tun, wir behandeln sie so, als wären sie noch am Leben und wir segnen sie so gut wir können, und anstatt um sie zu trauern, was sehr selbst–nachsichtig ist, geben wir ihnen Energie, so sehen wir das. Was nun Kapoho angeht, um darauf zurück zu kommen: Es passiert etwas, worauf du keinen Einfluss hast, woran du nichts ändern kannst. Welchen Sinn macht es, verärgert zu bleiben? Okay, das erste, was du tust, ist, okay, das ist kaputt – ich muss es reparieren. Wenn ich es nicht reparieren kann, muss ich etwas anderes tun. Das ist es – wir vergessen es nicht, wir erinnern uns liebevoll daran. Dasselbe gilt für die Menschen: Wir erinnern uns an die besten Teile der Beziehung. Wir segnen also nicht nur, was auch immer sie sind oder wo immer sie sich gerade befinden – sondern erinnern uns: "Oh, war das nicht gut oder war das nicht nett?”, und wir fühlen uns frei, darüber zu sprechen, wenn wir über die Menschen reden. Wir fühlen frei uns über Kapoho sprechen, es war großartig – es ist einfach nicht mehr da und wir müssen immer noch unser Leben leben. Wir meiden es also nicht, wollen aber auch nicht gedanklich dabei verweilen. Hin und wieder greife ich nach etwas, das ich früher hatte und – ah – es ist nicht mehr da.

 

Ingrid: …weil es im Haus war…

 

Serge: Ja, okay, nun, ich werde es fünf Sekunden lang bedauern und dann, das ist vorbei, ich habe es nicht, muss etwas anderes machen.

 

Ingrid: Also hast du dir sicherlich eine kurze Zeit der Trauer erlaubt, hast es dann aber losgelassen und dich liebevoll daran erinnert.

 

Serge: Sicher, sicher. Okay, es ist eher so, weißt du, dass du es nicht umgehst oder unterdrückst – es ist, wie es ist und wir sind jetzt hier, also lass’ uns das tun, was im Hier und Jetzt angemessen ist.

 

Ingrid: Serge, du hast im Jahr 2000 eine Technik zum Stressabbau und zur Selbstheilung eingeführt, die DYNAMIND –TECHNIK. In deinem Buch, Die Dynamind Technik– Vier einfache Schritte zur Heilung, beschreibst du die Methode und ihre Vorteile in zahlreichen Fallstudien.

Und für mein Masterstudium in psychosozialer Beratung habe ich 2013 auch eine wissenschaftliche Studie durchgeführt, die ebenfalls verschiedenste Vorteile dieser Dynamind–Technik belegt. Kannst du uns vielleicht eine kurze Beschreibung und einen Vergleich zu Klopftechniken wie EFT – der Emotional Freedom Technik– geben?

 

Serge: Okay, klar, a propos Emotional Freedom Technik, das ist diejenige, die mich dazu inspiriert hat, Dynamind zu kreieren. EFT hat etwas außergewöhnlich schnell bewirkt, und das hat mich fasziniert. Außerdem ist es eines meiner Hobbys, eine Technik zu analysieren und herauszufinden, welcher Teil der Technik tatsächlich etwas bewirkt. Also habe ich sie analysiert, war sehr beeindruckt und mochte sie und dachte – du weißt – wir haben viele gute Techniken, aber was würde passieren, wenn ich diese Techniken kombiniere? Wenn wir also – sagen wir mal – vier Techniken zur Verfügung hätten und diese direkt nacheinander zusammen stellten, hätten wir möglicherweise eine kumulative Wirkung betreffend Heilung – und so geschah es. Wir haben also eine brillante Atemtechnik, eine verbale Technik – keine Affirmation, sondern eine Aussage – und (weiters) beinhaltet sie normalerweise, dass wir vier Punkte auf dem Körper verwenden, die für die Harmonisierung sehr wichtig sind, die viele Chinesen und Kinesiologen verwenden–das sind gute Punkte. Also machen wir so etwas auch – so habe ich einen Punkt für jede Körperseite ausgewählt und der stimuliert wird. Wenn wir also Klopfen sagen, ist Klopfen (nur) eine Möglichkeit, ihn zu stimulieren, ihn zu halten und zu summen eine andere. Wir haben es mit Lichtstrahlen versucht und das stimuliert ebenfalls. Leichter Druck ohne jegliches Klopfen würde auch funktionieren. Das Klopfen macht Spaß und ist leicht zu merken, aber es geht nicht um das Klopfen, sondern die Stimulation, richtig?

 

Ingrid: Und du verwendest auch einen hawaiianischen Punkt (Punkt im Nacken, der 7. Halswirbel).

 

Serge: Ja, auf jeder Seite (des Körpers).

 

Ingrid: Ja, ich erziele sehr gute Ergebnisse (mit Dynamind), weißt du, und was ich an der Dynamind–Technik am allermeisten mag, ist, dass du sie sehr leicht unterrichten kannst und die Leute sie dann sehr leicht selbst anwenden können. Du hast daher Folgendes: du kannst (damit) den Menschen helfen, sich selbst zu helfen, was eines der wichtigsten Dinge ist.

 

Serge: Ja, das ist einer der wichtigsten Punkte, aber der andere ist, wenn die Leute, sagen wir mal, manchmal so gestresst sind, dass sie es zuerst nicht selbst tun können, sich dann von einem Coach darin führen und anleiten lassen, bis sie bereit sind, sie selbst durchzuführen – sehr hilfreich!

Ingrid: Und weil man mit dieser Technik schichtweise tiefer gehen kann und deshalb ein Coach dabei sehr hilfreich ist.

 

Serge: Ja, das ist eine der Annahmen, die wir gemacht haben.

 

Ingrid: Ich liebe auch die hawaiianische Geomantie, die ich jetzt auch in meinen Huna Level 2 Workshops unterrichte. Kannst du unserem Publikum etwas über Hu und Na in dieser Hinsicht erzählen und wie man Energieplätze in der Natur findet oder sie selbst zum Energie–tanken oder Heilen kreiert?

 

Serge: Oh, das ist eine Menge, okay. Nun, zuallererst können wir das Wort Huna nehmen, das viele Bedeutungen haben kann: Es bezieht sich auf esoterisches Wissen und alte Chants (Lieder), und auch moderne  Chants machen das sehr deutlich, es ist ein hawaiianisches Wort, und bezieht sich auf esoterisches Wissen. Nun, aber wenn wir es zerlegen, ist das, was wir bekommen, etwas sehr Ähnliches wie Yang und Yin. Hu ist ein Wort, das bedeutet, sich zu erheben, aufkochen, sprudeln, aufsteigen, und zwar, wenn es zu viel Hu gibt – mehr von Hu, “Huhu” bedeutet Wut, weil da dann zuviel ist..

 

Ingrid: Chaos?

 

Serge: Ja, Chaos, richtig. Und dann Na ist ein Wort, das ruhig, still bedeutet; besonders die Art der Entspannung, die nach einer Heilung eintritt, ist Na und deshalb versuchen wir im Allgemeinen, Menschen zu helfen, indem wir sagen, dass wir nicht versuchen etwas loszuwerden, aber wenn es zu viel Na gibt, erhöhen wir Hu (Bewegung) und wenn es zu viel Bewegung gibt, erhöhen wir Na und das ist a ganz andere Sichtweise, aber sehr effektiv.

 

Ingrid: Gut und dann – natürliche Kraftplätze?

 

Serge: Natürliche Kraftplätze gibt es überall. Feng Shui hat das schon länger studiert als jeder andere, aber die Hawaiianer haben es auch benutzt. Sie hatten spezielle Schulungen und Leute, die dazu in der Lage waren, weil es wichtig war; nehmen wir mal einen Heiau, einen (alten) hawaiianischen Tempel: Der ideale Tempel Standort wäre auf einem Grat oder Kamm mit Blick auf den Ozean und einem Bach, der zu beiden Seiten herunter kommt. Das ist ideal und daher findest du viele von ihnen, die das so haben. Jedoch, du findest nicht immer die richtigen Bedingungen, so dass es Tempel gibt, bei denen ich gesehen habe, dass ein Strom auf einer Seite herab fließt und auf der anderen Seite ein Graben aus der Wasserquelle gegraben wurde, um es auf beiden Seiten zu haben. Man kann ihn (Tempel) nicht immer auf einem Grat haben, also haben sie ihn auf einem Hügel gebaut und es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um so nah wie möglich an das heranzukommen, was sie für die ideale Harmonie mit der Natur und die Belebung des Platzes hielten, okay. Also, es bedarf einiger Übung für viele Menschen bis sie Energie – nennen wir sie Umgebungsenergie – da es so viele Begriffe gibt, die es schwierig machen, mit Energie zu arbeiten – fühlen können, aber Energie ist einfach Bewegung. Wenn sie sehr sanft ist – fast keine Bewegung; wenn man überhaupt keine Energie spürt, gibt es keine Existenz, aber wenn es nichts gibt, außer Bewegung, gibt es wiederum keine Existenz. Wir stellen uns das als Welle vor, die – um ein Zitat eines Wissenschaftlers zu verwenden – irgendwie gab es die erste Welle: Es herrschte Chaos und es herrschte völlige Stille. Sie kamen zusammen und formten die erste Welle. Aus dieser Welle gingen die anderen Wellen und alle Arten von Frequenzen und Wellen hervor, die die Welt erzeugen, die wir um uns herum haben. Und so kannst du durch einfache Übungen lernen: indem du zum Beispiel die Energie einer Farbe spüren kannst. Früher habe ich Unterricht gegeben, wo wir den Leuten beibrachten, wie man das macht. Man spürt tatsächlich den Unterschied zwischen gelb, rot und blau. Sie geben unterschiedliche Empfindungen ab. Oder, die Energie ist stärker in Ecken – es ist nicht so, dass sich die Energie dort sammelt – es ist nur Bewegung, aber sie ist dort intensiver und wahrscheinlich aufgrund der Einschränkung. Und es ist auch der Grund, warum Chinesen immer die Ecken auflockern, oder?

 

Ingrid: Oder eine Na – Pflanze hinstellen…

 

Serge: Richtig, so etwas in der Art oder die Ecke ein wenig abstufen. Sie wussten das alles sehr gut und die Hawaiianer haben es auch benutzt.

 

Ingrid: Ok, und wenn du deinen eigenen Kraftplatz machen willst? Ich erinnere mich, dass du gelehrt hast, als wir einen sehr schönen Weg entlang gingen, dass zwischen zwei Bäumen Energie ist...

 

Serge: Oh ja, es gibt viele natürliche: Bäume haben ein Energiefeld oder eine Aura. Einige Bäume sind stärker als andere. Wenn du jedoch zwei Bäume hast, die ungefähr einen Meter oder ein Yard auseinander stehen, wenn es mehr ist, ist dies mehr nicht so stark, aber das Feld zwischen den Bäumen und jene dieser beiden Bäumen vermischen sich und wenn du in diesem Feld stehst – du kannst mit deinen Füßen beieinander stehen und deine Augen schließen – die meisten Leute kannst du dabei beobachten, sie werden plötzlich nach vorne oder zurück fallen oder anfangen zu schwanken, das ist ihre Reaktion auf die Energie. Das ist also ein natürlicher Kraftplatz, der dir hilft, dich zu entspannen und gleichzeitig Energie zu tanken. Es ist wie Atmen; so, das ist eine Sache in der Natur. Verschiedene fließende Wasser: Wasserfälle – weshalb es Wasserfälle in Einkaufszentren gibt – es dient der Belebung der Menschen, damit sie weiter einkaufen können, aber es liegt daran, dass diese Wasserfälle – in wissenschaftlichen Begriffen – negative Ionen produzieren, die sehr erfrischend sind. Höhlen aller Art sind sehr natürliche, energetisierende Kraftplätze, die in gewohnter Weise energetisch wirken, da sie auch negative Ionen erzeugen. Der Grund, warum die negativen Ionen so wichtig sind, ist, dass es so viele Orte gibt, an denen es zu viel Hu gibt – positive Ionen können als Hu angesehen werden und sie sind zu energiegeladen, und deshalb braucht man Na, das ist richtig. Und manchmal – für eine Weile in einer Höhle zu sitzen, ah – ich kann das nicht mehr aushalten. Ich muss rausgehen und etwas Hu bekommen.

 

Ingrid: Richtig, großartig. Jetzt hast du uns viel über Hu & Na und das Huna–Wissen erzählt. Kannst du uns jetzt ein bisschen mehr über deine Organisation, Huna International, das Aloha-Projekt und das Ressourcen-Zentrum mit all unseren Alaka’is erzählen?

 

Serge: Okay, nun, Huna International habe ich als nicht–sektiererischen, religiösen Orden gegründet (Anmerkung: eine in den USA übliche Gesellschaftsform für derartige Organisationen) und in Kalifornien eingetragen und als ausländische Gesellschaft hier in Hawaii registriert. Das ist also der rechtliche Status. Und die Aloha International für das Unterrichten ist ein Name, den wir den Kursen und den Dingen geben, die wir aussenden, die Broschüren, die wir über das Segnen (Aloha Spirit) und Heilen (Dynamind) auf der ganzen Welt kostenlos herausgeben, das ist Teil dieses Aloha-Projekts. Das Aloha-Projekt gibt den Menschen die Möglichkeit, sich – freiwillig – zu verpflichten, die Welt zu verbessern, und wir geben ihnen Ideen, wie sie dies auf unterschiedliche Weise tun können. Die Menschen haben viele verschiedene Leidenschaften, also geben wir ihnen eine Menge Ideen dafür und einen Ort, an dem sie mit anderen Menschen kommunizieren können, besonders jetzt, wo wir Dinge wie Facebook haben, bei denen Menschen in Gruppen zusammenkommen und sich gegenseitig helfen können, wie nie zuvor. Das ist also ein Teil unserer Projekte. Nun, die Ressourcen-Seite auf unserer Website enthält verschiedene Dinge, die wir zur Unterstützung von Menschen bereitstellen, einschließlich einer Liste der Menschen, die wir als Leiter und Lehrer und Heiler haben – wir würden Alaka'i auf Hawaiisch sagen – eine Art Liste von denjenigen, die aufgelistet werden wollen und das sind Menschen, die auf der ganzen Welt gute Arbeit leisten. Und Menschen können somit herausfinden, wer und wo diese sind.

 

Ingrid: Du sagtest mir, dass wir derzeit über 70 Alaka’i in mehr als 11 Ländern haben – das ist also schon eine ziemliche Organisation.

 

Serge: Über 79, ja.

 

Ingrid: Serge, heute ist die Ernennung zweier neuer Mitarbeiter zu Alaka’is von unserer Huna International Organisation: Jeff Donohue aus Maui und Jonathan Hammond aus New York. Kannst du uns eine kurze Erklärung dieser Zeremonie geben? Nur eine Einführung...

 

Serge: Okay, gut, im Grunde genommen handelt es sich um eine hawaiianische Zeremonie, aber worum es geht ist, diese Leute müssen versprechen, bestimmte Dinge zu tun: Menschen zu helfen, sich gegenseitig zu helfen, der Organisation zu helfen, und die Organisation verspricht,  ihnen dabei zu helfen, dann sind sie – weil dies eine gemeinnützige, religiöse Vereinigung ist – dann sind sie “Geistliche”, rechtlich gesehen, und was sie damit anfangen können, hängt natürlich von den örtlichen Gesetzen ab, wo immer sie leben, aber sie sind von Natur aus und nach ihrer Absicht und Wahl Lehrer, Heiler, Berater…

 

Ingrid: Ich erinnere mich noch an meine Alaka'i–Zeremonie. Es war ein sehr, sehr berührender Moment, dieses Versprechen zu machen und sein Leben wirklich für diesen guten Zweck einzusetzen, und ich freue mich auf die heutige Zeremonie.

Jetzt kommen wir zu den „großen Fragen“: Die Menschheit hat immer versucht, die folgenden großen Fragen zu beantworten: Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens?

Kannst du uns den Huna–Ansatz zu diesen wichtigen Fragen mitteilen?

 

Serge: Okay, sag’ mir die erste nochmal.

 

Ingrid: Wer sind wir?

 

Serge: Wer sind wir? Das ist ganz einfach: Wir sind, wer wir sind. Ich benutze die Popeye–Philosophie: Ich bin, was ich bin, das ist alles, was ich bin. Und so bist du: du bist, wer du bist.

 

Ingrid: Dieses Geist–Körper–Seele–Lebewesen ...

 

Serge: Das ist eine Art, es zu beschreiben, das ist richtig.

 

Ingrid: Woher kommen wir?

 

Serge: Von unseren Müttern. Gut, unsere Väter sind normalerweise involviert. Aber im Grunde kommen wir von unseren Müttern. Nun, alles andere ist nicht einmal theoretisch, richtig? Weil es nicht getestet werden kann. Alles andere ist hypothetisch, okay? Und Menschen haben alle möglichen Ideen in der ganzen Welt, verschiedene Philosophien und Religionen, aber das sind nur Ideen, die Menschen haben.

 

Serge: Wohin gehen wir? Das ist dasselbe. Kürzlich habe ich ein Stück gesehen: Hamlet, Shakespeare. Shakespeare sagte eine wundervolle Sache, und er sagte: "Tod, dieses unbekannte Land, aus dem Reisende niemals zurückkehren". Nun, noch nie sind Reisende zurückgekehrt, um uns zu erzählen, was sie erlebt haben. Die Tatsache, dass jemandes Gehirn tot ist und wieder zum Leben erweckt wird, bedeutet, dass er nicht gestorben ist. Jemand, der wirklich von uns gegangen ist, dessen Knochen verschimmelt sind, dessen Körper nicht mehr existiert und – noch nie gesehen, dass einer von denen zurückgekommen ist. Jetzt reden die Leute über Geister, okay, und das ist in Ordnung. Ich glaube, dass sich Geister für die Kommunikation entscheiden können, aber die Sache ist, dass all diese Geister unterschiedliche Vorstellungen haben – ist das nicht interessant? Sie haben nicht alle dieselbe (Erfahrung) – du weißt – so ist es (im Tod) – es hängt von unterschiedlicher Religion ab, unterschiedlichem Hintergrund, es hängt von allen möglichen Dingen ab, das ist also wieder hypothetisch. Mein Gedanke ist also, wenn man sich unsicher ist und es einen stört – erfinde etwas. Erfinde eine gute Geschichte, die dir gefällt darüber woher du kommst und wohin wir gehen, warum nicht? Niemand weiß etwas anderes und wenn es dich jetzt ein gutes Gefühl haben lässt, warum nicht?

 

Ingrid: Ich erinnere mich, dass du auch gelehrt hast, diese Art von Huna–Ansatz der Welt, die wir hier kennen – die physische Welt – und dann die Welt in Po – die Art von spiritueller, unsichtbarer Welt.

 

Serge: Unsichtbare Welt, richtig.

 

Ingrid: Also können wir annehmen, dass wir von Po gekommen sind und zurück nach Po gehen. Oder ist es wieder nur eine Hypothese?

 

Serge: Sicher, es ist eine Hypothese. Wenn sie dir gefällt, okay, aber erinnere dich an die wirkliche hawaiianische Bedeutung: Po und Ao – Ao ist die sichtbare Welt, Po ist unsichtbar. Der Wind ist unsichtbar und ein Teil von Po, Gedanken sind unsichtbar, die Schwerkraft ist unsichtbar – das ist Po. Po existiert nicht woanders.

 

Ingrid: Nein, es ist genau hier. Aber nicht sichtbar.

 

Serge: Ja, genau hier, genau jetzt. Das ist der Unterschied.

 

Ingrid: Aber dort ist es, wo wir denken, dass wir unsere Vorfahren, spirituelle Wesen, immer noch haben und fühlen.

 

Serge: Klar, wenn Menschen das tun, gibt es ihnen großen Frieden und Glück, so zu denken. Ich bin sehr dafür.

 

Ingrid: Um ihren Geist zu segnen, wenn sie von uns gegangen sind – viel besser als um sie zu trauern.

 

Serge: Das stimmt. Wenn man Altäre für sie bauen und ihnen Blumen schenken oder irgendetwas tun möchte, dass man sich gut fühlt – soll man das machen – man soll aber nicht versuchen, das anderen Leuten vorzugeben.

 

Ingrid: Nein, nein ...

 

Serge: Nein, aber ich meine, einige Leute versuchen es ... ich meine, niemand weiß es, also wähle das aus, das dir am besten gefällt. Man kann die Idee eines anderen verwenden, wenn man dem zustimmen will, oder man kann seine eigene Idee erfinden.

 

Ingrid: Der letzte war: Was ist der Sinn unseres Lebens?

 

Serge: Sinn des Lebens. Nun, sehr klar und leicht und offensichtlich ist es dein Ziel, hier zu sein, zu existieren, das Leben zu erfahren, ok? Ich meine, offensichtlich bist du das und tust das auch. Darüber hinausgehend, denken die Leute normalerweise in Bezug auf zukünftige Dinge, die sie tun sollen oder versuchen zu tun. Wenn du das magst, denke so darüber und wähle einen Sinn. Wenn du dich zu bestimmten Dingen hingezogen fühlst, kannst du dies fördern und dem folgen – oder nicht – es liegt an dir, du kannst dich für etwas anderes entscheiden. Du beginnst, dich in eine Richtung zu bewegen, und wenn es nirgendwohin zu gehen scheint, bedeutet das nicht, dass du deinen Sinn verloren hast. Es bedeutet, dass du die Möglichkeit hast, einen anderen zu erfüllen. Der Hauptzweck ist also zu existieren, der Nebenzweck ist, etwas zu wählen.

 

Ingrid: Mach aus deinem Leben etwas, was du wählst.

 

Serge: Nun, ich meine du musst nicht, du kannst wählen ...

 

Ingrid: …einfach zu SEIN…

 

Serge: Ja, man kann  sich dafür entscheiden, rumzuliegen und Platz zu beanspruchen, wenn man das möchte, aber das liegt an einem selbst, okay? Es gibt kein – in dieser Philosophie –, ich muss das ergänzen, wenn es dir nichts ausmacht ...

 

Ingrid: (Es geht um) Freiheit?

 

Serge: (Ja) Freiheit. Dies ist ein nicht hierarchisches System, ok? Es ist nicht so, dass Hierarchie schlecht ist, es ist nur so, dass wir bei der Umsetzung dieses Systems nicht an Hierarchie denken oder sie verwenden. Wenn du einen Teil im Lebens hast, in dem du an eine Hierarchie glaubst und sie magst, ist das in Ordnung. Aber Huna kümmert sich nicht darum – denke, wie du willst, solange es für dich funktioniert –, aber es gibt keine Hierarchie innerhalb von Huna. Meine Rolle als “Caretaker” zum Beispiel: Ich führe die Dinge nicht, ich tue Dinge, die helfen, alles am laufen zu halten, das ist ein großer Unterschied. Ich habe diesen Zweck gewählt, ich muss es nicht tun und ich mache es nicht jeden Tag. Es gibt Tage, an denen ich fernsehe, ein Buch lese oder etwas anderes tue. Ich wähle meine Ziele, wenn sich die Gelegenheit bietet.

 

Ingrid: Ja, schön. Ich fand es einfach erfüllend, den Sinn zu haben, Aloha zu verbreiten, was wirklich ein guter Zweck ist, den (jeder in unserer Organisation wählt)...

 

Serge: Gut! Das ist der Zweck, den wir in der Organisation anbieten, das ist richtig.

 

Ingrid: Es ist ein schöner (Sinn), richtig! Serge, jede Generation steht vor besonderen Herausforderungen – kannst du aus Sicht von Huna einige Ideen zur Bewältigung von Herausforderungen mit uns teilen, zum Beispiel: der Klimawandel und seine möglichen Folgen, wie beispiellose Ströme von Migranten, die nach besseren Lebensbedingungen suchen?

 

Serge: Also gut, sagen wir mal so: Die Erde verändert sich, sie hat sich immer verändert und wird sich immer verändern. In einer bestimmten Generation kreativen Lebens erleben wir, welche Veränderungen die Erde auch immer durchmacht, und was tust man damit? Man tut das Beste, was man kann – man kann nichts anderes tun. Es geht nicht darum, es zu kontrollieren, weil es zu groß ist, also müssen wir tun, was wir können und was wir für hilfreich halten. Das ist alles, was wir haben – die einzige Wahl, die wir haben. Die Idee der Migration – das ist keine beispiellose Migration –ich meine, wenn man auf die Welt zurückblickt, kann man Migrationen sehen, die weit, weit größer waren als diese, aber – es ist eine schwierige Situation, und ich muss sagen, dasselbe gilt: man tut das Beste, was man kann. Wir würden sagen: Mach das Beste, was du kannst mit Aloha: mit Liebe, mit Fürsorge, mit Harmonisierung – für die besten Effekte. Der Versuch, es (die Migration) zu stoppen, weil man die Leute nicht mag, wird nicht sehr gut funktionieren. Es wird überall unangenehme Konsequenzen haben. Suche nach einem Weg, um diesen Menschen zu helfen, weil sie aus einem Grund migrieren und egal, ob es ein Weg ist, der ihnen hilft, sich dort niederzulassen, wo sie sind – zum Beispiel: Ein Teil meiner Arbeit in Afrika hatte mit Flüchtlingsarbeit zu tun und die Lösung, die sie in einigen afrikanischen Ländern hatten war damals: sie erlaubten den Flüchtlingen (Migranten wäre heute das gleiche Wort) im Land zu bleiben und stellten ihnen Land zur Verfügung zum Arbeiten. Und das Merkwürdige, das in meinen Notizen auftauchte, war ein besonderer Fall im Senegal, die Flüchtlinge wollten Steuern zahlen, damit sie die Vorteile haben konnten. Sie fragten nicht nach der Staatsbürgerschaft, sondern nach Möglichkeiten, wie sie sich beteiligen konnten, um dem Land, in dem sie lebten, zu helfen und um weiter dort zu leben. Also taten sie dort ihr Bestes, um diese Leute an diesen Orten unterzubringen. Heute ist es viel schwieriger: ihre Zahl ist höher, als wir es gewohnt sind, die Regierung bewegt sich nicht schnell, natürlich ist die Bürokratie überall auf der Welt und dennoch müssen wir das Beste tun, was wir können – mit Aloha – wir werden ihnen helfen, so gut wir können. Die endgültigen Lösungen werden sehr unterschiedlich ausfallen, aber nochmal, wir tun einfach unser Bestes.

 

Ingrid: Absolut! Ich denke, wenn alle führenden Politiker in allen Ländern der Welt – wenn sie das Beste, was sie können, mit Aloha geben – das wäre definitiv eine andere Welt!

 

Serge: Ja!

 

Ingrid: Genau! Ich kann nur sagen: der persönliche Einfluss, den Huna, du und deine Bücher auf mich hatten, ist immens – es ist, als ob die Weisheit der Welt, in ein paar hawaiianische Wörter mit einer solch immensen, tiefen und profunden Bedeutung gelegt wurde. Es hat mein persönliches Wohlbefinden und Glück, meine Beziehungen, meine Elternschaft und meine Arbeit verbessert. Und es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten und zu sehen, dass Menschen, wie meine Kunden oder Teilnehmer in den Huna-Seminaren von diesem Huna-Ansatz einerseits und den Huna-Techniken andererseits, extrem profitiert haben.

 

Ich hoffe, dass Sie – unser Publikum – einen tieferen Einblick erhalten haben, wie Huna – welches ich gerne als “die antike Wissenschaft von Glück, Gesundheit und Erfolg” bezeichne, unser Leben und letztendlich die Gesellschaft und die Welt insgesamt verbessern kann.

Weil – wie immer – eine positive Veränderung stets in jedem einzelnen von uns beginnt.

 

Wenn Sie weitere Informationen wünschen, Hilfe benötigen oder an Huna-Workshops interessiert sind, kontaktieren Sie uns bitte über die Homepage von Huna International: www.Huna.org oder meine Homepage: www.suncoaching.net.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und senden Ihnen unseren Segen und unsere Liebe!

 

Serge: Aloha!

 

Ingrid: Und Serge, vielen Dank, dass du deine Weisheit mit der Welt teilst – Mahalo, Aloha und a hui hou! (Danke, alles Liebe und auf Wiedersehen!)

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